Wohnalternativen

Alle jammern über Versiegelung und Flächenverbrauch, aber niemand möchte eine kleinere Wohnung. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person hat sich seit den Fünfzigern mehr als verdoppelt – Platz, der bereitgestellt werden muss und für Grün nicht mehr zur Verfügung steht. Doch wie kann das gehen, ohne erhebliche Anteile an Lebensqualität einzubüßen oder vielleicht sogar welche zu gewinnen?

Hierzu macht das Buch „Einfach anders wohnen“ reich bebilderte Vorschläge. Dabei ist das ganze Buch so gegliedert, dass man sich vom Einfachen (einfach mal was wegwerfen) bis zu den schwierigeren, komplexeren Themen vorarbeiten kann oder aber mal hier, mal da schauen kann, was vielleicht taugt, um den eigenen Wohnkomfort ohne Platzverschwendung zu steigern. Manches mag da zwar ziemlich abgehoben scheinen, Schubladen in einer Treppe unterzubringen, um Stauraum zu gewinnen, ist zum Beispiel sicher nicht jedermanns Sache, und ein Bett jeden Abend komplett unter die Decke zu hängen, damit darunter Wohnraum frei wird, ist sicher auch nicht jedermanns Sache (dann lieber gleich das gute, alte Hochbett – da weiß man wenigstens, dass es immer oben ist). Andererseits: Irgendwo muss man ja anfangen, wenn es in den Städten enger wird und die Flächenpreise in die Höhe schießen.

Ganz nebenbei macht es Spaß, sich die Fotos anzusehen und sich für manche Ideen zu erwärmen, andere aber für völlig verrückt zu erklären. Das Buch ist eine gute anregung für Leute, die allein, zu zweit oder aber mit einer ganzen Familie gerade darüber nachdenken, ihre Wohnsituation zu verändern. Oder darüber, die vorhandene Wohnsituation anders zu gestalten. Oder einfach mal gründlich aufzuräumen…

Bibliographie: Daniel Fuhrhop: Einfach anders wohnen. 66 Raumwunder für ein entspanntes Zuhause, lebendige Nachbarschaft und grüne Städte.Broschiert, 123 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen. Oekom-Verlag, München, 2018. ISBN 9-783962-380168, 14 Euro.