Wer nicht möchte, dass am Ende Amazon vorschreibt, wie der Buchmarkt zu funktionieren hat, Inhalte an den Rand drückt, weil die Verlagspolitik dem Online-Fast-Monopolisten nicht passt, keine Lust hat, noch Jahre auf das Einschreiten der Kartellwächter zu warten und nicht will, dass an sich inhaltlich interessante Bücher aus der Amazon-Vorschlagsliste verschwinden, weil ihr Verlag bei den Margenverhandlungen gegen die übermächtige Amazon „bockt“, hat nun Gelegenheit, sich unkompliziert an den Protesten gegen Amazon zu beteiligen.

Wie das geht, steht hier. Und das betrifft selbstredend auch Personen, die lesen (also ziemlich viele) und nicht nur Personen, die schreiben. Merke: Der alte Spruch: „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“ gilt auch im Umgang mit übermächtigen Online-Kraken! Zum Nachdenken über eine andere Wirtschaft gehört auch, dass man sich auch im Internet nicht von der glänzenden Fassade des Neuen blenden lässt, sondern Online-Unternehmen mit denselben kritischen Augen betrachtet und dieselben Maßstäbe anlegt wie sonst beispielsweise bei Chemie-, Rüstungs- oder sonstigen Unternehmen aus kritischen Branchen!!

4 Antworten auf “Gegen Marktwirtschaft nach Gutsherrenart: Der Brief an Amazon

  1. Am wenigsten Sinn macht es immer, garnichts zu machen und sich passiv in das zu ergeben, was einem von außen vorgegeben wird, und dann zu sagen, dass die Welt nun mal wäre wie sie ist und man dagegen wirklich nichts tun könne. Wieso ist es ein gesellschaftliches Problem, dass Geräte nicht länger genutzt werden können und nicht eines der Hersteller, die jedes Jahr ein, zwei neue Varianten auf den Markt bringen und allen einreden, das wäre nun wirklich unverzichtbar? Natürlich müssen Konsumenten selber denken, deshalb schreibe ich ja Kritisches über Amazon. Ich unterstütze immer noch lieber einen muffeligen Verkäufer als eine profitgeile Krake mit Allmachtsanspruch.

  2. Bleibt es nicht jedem selbst überlassen, wo und was er kauft? Immerhin gibt es ja noch genügend andere Möglichkeiten, Bücher zu erwerben, vor allem viele reale Buchhandlungen.

    Übrigens, der alte Spruch lautet „Wer sich nicht wehrt, kommt an den Herd“ 😉

    1. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen – genau wie es jedem beispielsweise selbst überlassen bleibt, in Sklavenarbeit produzierte Billigklamotten zu kaufen, seine Elektrogeräte möglichst alle kurze Zeit wegzuwerfen und durchs neueste Modell zu ersetzen und so viel Fernflüge wie möglich zu absolvieren. Die Resultate dieses Verhaltens dürfen dann alle genießen, besonders die, die gar nicht genug Geld haben, sich so zu verhalten. Und was den alten Spruch angeht: Wer sich nix kochen kann, muss von McDonalds und Dosenfraß existieren. Aus einfachen Zutaten was kochen können wird in dieser Welt für Männ- und Weiblein zum subversiven Akt, und dafür muss man sogar an den Herd – deshalb ziehe ich meine Variante vor :-)!

      1. Aber macht es wirklich Sinn, einen Brief an einen Marktwirtschafts-Giganten wie Amazon zu schreiben?
        Genauso wie sich doch Hersteller von Billigklamotten kaum àndern werden, weil sie einen Brief erhalten.
        Wàre es nicht wesentlich sinnvoller, sich an die Konsumenten zu richten? Es ist ja immerhin ein gesellschaftliches Problem, das z.B. das Einkaufen im Internet dem im Geschäft vorgezogen wird, oft auch durch Schuld gelangweilter und inkompetenter Verkäufer, oder das Kleidung und Elektrogeräte nur noch relativ kurzzeitig genutzt werden und schnell durch neue ersetzt werden.

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