Filmrezension: Euro-Krise (zu) einfach erklärt

„Europa – Ein Kontinent als Beute“, ein Dokumentarfilm von Christoph Schuch und Rainer Krausz sucht Erklärungen für die nun schon seit 2007/2008 andauernde Finanz- und Wirtschaftskrise, die in Europa länger anhält als in den USA. Dabei bleibt der Film allerdings zu eindimensional und bedient sich teilweise zweifelhafter Zeugen für seine Argumentation – zumindest, wenn man davon ausgeht, dass nicht jeder glaubwürdig ist, nur weil er oder sie einen Bestseller geschrieben hat.

Formal besteht der 78 Minuten lange mit düster-schriller Geräusch-/Musikkulisse untermalte Streifen aus in der Regel schwarz-weißen Segmenten, die verlassene Landstriche, vertrocknete und ungepflegte agrarische Flächen, verrottete Industriegebiete, Bauruinen und andere Denkmäler oder Symbole des ökonomischen Niedergangs zeigen. Diese Teile intermittieren mit Interview-Sequenzen, die die Erklärungen liefern zum Krisengeschehen.

Dabei greifen die Filmemacher auf mehrere Erklärer zurück. Zum einen ist da Fabio de Masi, der für Die Linke im Eurpaparlament sitzt. Er schildert beispielsweise das überbordende Lobbying im Umfeld des Europaparlaments und die enge Verstrickung von Finanz- und anderen Industriebranchen mit der Politik, insbesondere mit einigen EU-Kommissaren. Er wirkt in Darstellung und Argumentation überzeugend.

Flankiert wird er von zwei zumindest umstrittenen Zeugen: Da wäre erstens der Börsenguru Dirk Müller. Seine Börsenprognosen bezüglich des Crash-Geschehens erwiesen sich als zutreffend, was ihm den Guru-Rang bescherte und seine zwei Bücher „Crashkurs“ und „Showdown“ zu Bestsellern machte. Diese schillernde Persönlichkeit vertritt Ideen wie den Aufbau von Lokalwährungen und will am liebsten zur Golddeckung von Währungen zurück, zumindest ersteres durchaus ein grün-alternatives Konzept. Allerdings scheut sich Müller auch nicht, seine Theorien auch in der rechtspopulistischen Zeitschrift  Compact zu verbreiten und spricht gern von „Völkern“, was im Kontext solcher Medien zumindest verdächtig ist. Sein letztes Buch, „Showdown“, wurde von Medien wie Spiegel Online als stark verschwörungstheoretisch angehaucht rezensiert.

Der zweite fachkundige Zeige ist der Schweizer Dr. Daniele Ganser, der unter anderem Internationale Beziehungen, Politik, Philosophie und Englisch studierte und an der London School of Economics forschte. Ganser hält beispielsweise das Attentat vom 11.9.2001 nicht für das Werk von Terroristen, sondern für ein abgekartetes Spiel von wirtschaftlich-politischen Eliten aus den USA, was ihm ebenfalls den Ruf eines Verschwörungstheoretikers einbrachte. Heute leitet Ganser SIPER (Schweizer Institut für Friedens- und Energieforschung).

Weiter kommen als Augenzeugen einer wuchernden Bauindustrie, die am Bedarf vorbeibaut und dann leerstehende Ruinen hinterlässt, und verheerender Geldverschwendung auf kommunaler Ebene noch Aktivisten aus Valencia zu Wort. Eine Aktivistin aus Portugal berichtet von der dortigen Abwanderungswelle junger, gut ausgebildeter Menschen. Wirklich neu ist das nicht.

Das gilt auch für die Erklärung des Debakels der südeuropäischen Länder: Für Ganser und Müller ist die unselige Allianz zwischen Finanz- und Ölindustrie sowie mit diesen Sphären verbandelten machtgierigen Politikern (und politikerinnen) allein Schuld an der Misere Europas. Die Diagnose, die wichtigen politischen Institutionen auf europäischer Ebene seien systematisch von Finanzkapitalisten unterwandert und das Finanzkapital würde Europa ausbeuten, trifft sicher zu, ist aber zu eindimensional.

Es wird vollkommen ausgeblendet, dass nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Mauerfall buchstäblich Milliarden bisher vom Geschehen abgekoppelte Menschen aus China und Osteuropa  ihr Leistungsvermögen auf den Arbeitsmärkten dieser Welt verfügbar machten  und dadurch die Löhne auch hier drückten – sei es, dass sie selbst den Ort wechselten wie osteuropäische Pflegekräfte oder Schlachthofmitarbeiter, sei es, dass die Produktion zu ihnen kam, wovon hierzulande jeder durch gern genutzte Billigangebote von Smartphone bis Kleidung profitiert. Dabei machte das Fehlen sichtbarer, erfolgreicher Alternativen den schrankenlosen Liberalismus erst für die Mainstream-Politik attraktiv. Nicht umsonst hat ausgerechnet Rot-grün in Deutschland den Börsenhandel liberalisiert. Die gesamte Argumentation des Films ist zu selbstgerecht und zu Europa-zentriert – so bleiben die Millionen Chinesen und Inder, die in den letzten 20 Jahren die absolute Armut hinter sich gelassen haben, freilich unter hier unzumutbaren Arbeitsbedingungen und großen Umweltschädigungen, vollkommen außer Betracht. Dabei ist ihre Existenz eines der stärksten Argumente der Globalisierungsbefürworter.

Außerdem hätte man sich mehr konkrete Lösungsvorschläge statt des großen Rundumschlages gewünscht, doch nur de Masi brachte hier einiges auf den Tisch – beispielsweise eine Reform des Agrarsystems, die Exporte von Agrargütern aus Europa zurückschneidet oder die seit langem diskutierte, aber nicht umgesetzte Finanztransaktionssteuer oder gemeinsame Aktionen gegen Steuervermeidung. So bleibt beim Betrachter vor allem ein Gefühl der Hilflosigkeit zurück – der (europäische) Zuschauer als Beute hoffnungsloser Verhältnisse. Der Film kommt Ende Februar in die Kinos.

Solarstrom privat selber machen und verbrauchen: Schlechte Norm in Arbeit, Gegennorm braucht Unterstützer

Wer träumt nicht manchmal vom Solarmodul am Balkongitter? Heute allerdings in Deutschland (im Gegensatz etwa zu den Niederlanden oder der Schweiz) kein Thema. Begründung: die Sicherheit sei nicht gewährleistet. Nun also sitzt man endlich an einer neuen Norm für solche Systeme, die die schöne Bezeichnung DIN VDE 0100-551-1 (VDE 0100-551-1):2016-09 tragen soll. Einwendung der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS): Durch die jetzt geplante Norm wird die Nutzung solcher Systeme unnötig kompliziert gemacht, so dass sie unattraktiv werden. Sie hat einen eigenen Normentwurf erarbeitet, der hier endlich mehr Raum schafft, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen und der online auf der Seite PVplug steht. Außerdem steht dort auch die Begründung für die Kritik im Detail und ein elektronisches Einspruchsformular, das man ruck-zuck ausfüllen, an die Mailadresse dke(at)vde.com (bitte das (at) durch @ ersetzen!)  kann und damit vielleicht verhindert, dass die Solarenergie am Balkongitter dank reichlicher Lobbypräsenz in den entscheidenden Gremien bei uns niemals in großem Umfang Wirklichkeit wird und damit ein Stück mögliche Autonomie flöten geht. Bis 26. Dezember sind noch Einsprüche möglich. Also: an die Arbeit!

Windindustrie gegen den Strich gebürstet

Von der Windindustrie erhoffen sich viele erhebliche Beiträge zur Energiewende. Andererseits rührt sich aber auch erheblicher Widerstand. Wer besser verstehen will, was Windgegner an- und umtreibt und sich ein eigenes Urteil über deren Argumente bilden möchte, sollte  „Geopferte Landschaften. Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört“, herausgegeben von Georg Etscheit, einem Journalisten, der für die erste Sahne der deutschen Medien (Zeit, Süddeutsche Zeitung, dpa) schreibt, lesen. Etscheit lässt in dem Band alle zu Wort kommen, die die Windkraftgegner in Deutschland mit Argumenten befeuern. Diese im Einzelnen zu bewerten, möchte ich dem lesenden Publikum überlassen .

Die Herangehensweise ist jedenfalls umfassend – von Senior-Naturschützen wie dem Ex-BUND (Bund Naturschutz Deutschland)-Chef Hubert Weinzierl oder Enoch zu Guttenberg über Künstler, Geistliche, heimatverbundene Einzelpersonen bis hin zu Energiespezialisten wie dem Physiker Dirk Dubbers und dem Wirtschaftswissenschaftler Dr. Nikolai Ziegler, der heute dem Verband Vernunftkraft, einer Vereinigung von 600 Anti-Windkraft-Initiativen vorsteht, bis hin zum Wachstumskritiker Niko Paech, der in Bescheidenheit und Schrumpfung die einzige Lösung für das ökologische Dilemma sieht. Paech gibt aber im Gespräch auch gern freimütig zu, dass er eine echte Chance für sein Credo nur nach großangelegten Katastrophen annimmt.

Die Alternativen außer Schrumpfung sind rar. Aussagen wie die, es sei doch sehr gut, dass Öl in Zukunft in den Teersänden Alaskas abgebaut werde – schließlich handele es sich bei den USA und Kanada im Gegensatz zu den jetzigen Ölförderländern um Demokratien oder die, man könne doch in der Wüste Strom erzeugen, um den Maghreb und dann Westeuropa mit Elektrizität zu versorgen, machen nachdenklich. Als ob es in Alaska keine Bewohner gäbe, die sich genauso verzweifelt gegen den landschaftszerstörenden Teersandabbau stemmten wie die bayerischen „Ureinwohner“ gegen Windmühlen im Oberland. Und als ob es nicht weit naheliegender wäre, überschüssige Strommengen aus der Sahara nach Schwarzafrika zu leiten statt ausgerechnet nach Westeuropa. Hier wird die Welt immer noch behandelt, als sei sie einzig dafür gemacht, von den Industriegesellschaften zum eigenen Nutzen abgeweidet zu werden – nur am besten nicht da, wo man sich selbst befindet.

Ob man die Argumente der Windgegner nun teilt oder nicht, das lesenswerte Buch macht nachdenklich, und sei es nur deshalb, weil es wieder einmal vor Augen führt, wie schwierig bis unmöglich es ist, bei Fortführung unseres derzeitigen Wachstumsmodells umweltverträgliche und vor allem Natur bewahrende Lösungen für die Energieversorgung zu finden.

Georg Etscheit (Hrsg.) Geopferte Landschaften. Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört. Broschiert, 367 Seiten, farbige Fotografien. Heyne-Verlag, München, 1996. ISBN 978-3-453-20127-9, 16,99 Euro.

Wirtschaftswachstum: Reicht ein Prozent?

Fast jeden Tag werden uns zehntelprozentgenau die aktuellen Wachstumszahlen der Wirtschaft oder einzelner Branchen in den Medien mitgeteilt, und wächst es nicht genug, erhebt sich schnell Geschrei. Da ist es doch eine interessante Frage, ob vielleicht ein Prozent Wachstum für die Industrieländer dauerhaft ausreichen könnte, um uns ein auskömmliches Leben zu sichern und gleich noch eine Menge anderer Probleme zu lösen, wenn man etwas an den Rahmenbedingungen schraubt.

Genau dieser Frage widmen sich Jorgen Randers und Graeme Maxton in dem aktuellen „Bericht an den Club of Rome“, erschienen in diesm Sommer und von den etablierten Medien schon in Grund un Boden diskutiert. Kein Wunder, leider wachsen auch Verlage nur, wenn die Gesamtwirtschaft wächst. Die Kritik reichte von unzutreffenden Voraussetzungen über falsche Zusammenhänge bis hin zu längst widerlegten Behauptungen.

Am besten macht man sich von heiß diskutierten Werken ein Bild, indem man sie selbst liest. Deshalb hier kurz, wie das Buch „Ein Prozent ist genug“ aufgebaut ist. Die erste Hälfte des Buches befasst sich damit, wieso alle immer aufs Wirtschaftswachstum bauen und warum das heute oft keine Lösung mehr bringt. Kapitel 7 wirft einen Blick darauf, was möglicherweise passiert, wenn wir, um unbeeinträchtigt weiterzuwachsen, das Klima ruinieren und wiederlegt die Mär von der Entkopplung – die sei, so die Autoren, bisher immer nur lokal gelungen und zwar dadurch, dass man alles, was Dreck und Kohlendioxid macht, auslagert, zum Beispiel nach China. Da fällt die Entkopplung von Wachstum und Kohlendioxidausstoß im heimischen Deutschland natürlich leicht.

Anschließend skizzieren die Autoren ihre neue Perspektive: eine Gesellschaft mit dauerhaft nur wenig steigendem BIP, schrumpfendem CO2-Fußabdruck, einer durch Umverteilung bewirkten gleichmäßigeren Verteilung von Einkommen und Vermögen, etwas bezahlter Arbeit für jeden (einschließlich Pflegearbeit), ausreichender Regulierung, ausreichenden Finanzmitteln für die Abwehr von Klimawandelfolgen, die sich schon jetzt nicht mehr verhindern lassen und statt des täglichen BIP-Herbetens ein objektiviertes Maß für die Messung des menschlichen Wohlbefindens, das fortan als Messlatte für menschlichen Fortschritt gelten soll.

In den folgenden Kapitel werden dann 13 Maßnahmen beschrieben, die sich nach Meinung der Autoren kurzfristig umsetzen ließen, ohne das bestehende Gefüge sofort bis in die Grundfesten zu erschüttern. Über letzteres kann man freilich durchaus geteilter Ansicht sein. Die ausreichende Entlohnung von privater Haus- und Pflegearbeit beispielsweise ist zwar insbesondere aus Sicht der sie mehrheitlich leistenden weiblichen Bevölkerung durchaus erstrebenswert, aber es dürften sich selbst bei Grünen und Linken keine Mehrheiten dafür finden. Ähnliches ließe sich für nahezu jede Forderung der beiden Autoren sagen, die auch selbst schreiben, dass sie mit erheblichen Widerständen gegen ihre Vorschläge rechnen. Erst recht kann man wahrscheinlich davon ausgehen, wenn ein hochrangiger Vertreter der Ölindustrie jetzt den US-Außenminister mimen soll.

So wird wohl leider das Meiste in diesem Buch zumindest hierzulande und den meisten anderen Industrieländern längere zeit ein schöner Traum bleiben, obwohl es durchaus Ansätze in Einzelbereichen gibt, die in die Richtung von Maxton und Randers weisen, beispielsweise die generell kürzeren Arbeitszeiten und die größere Familienveranrtwortung, die Männer in der Regel in Nordeuropa übernehmen, die Messung des „menschlichen Glücks“ in einem der Himalayastaaten oder der bislang gescheiterte Versuch, eine Finanztransaktionssteuer einzuführen.

Wer weiß, vielleicht beginnt man nach der nächsten wirtschaftlichen oder ökologischen Katastrophe ja grundlegend darüber nachzudenken, was geändert werden müsste und greift dann auf dieses Werk zurück. Doch auf die zu warten, ist auch wieder blanker Zynismus. Insofern ist das Buch eine Lektüre, die eingefahrenes Denken auf den Kopf stellt und sehr anregend ist. Man darf sich von der schwierigen Realisierbarkeit der Vorschläge gerade in unserem wirtschafts- und wachstumsfixierten Exportland nur nicht gleich den Spaß verderben lassen.

Jorgen Randers & Graeme Maxton: Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichzeit, arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen. Gebunden, 288 Seiten, diverse s/w Grafiken. Oekom-Verlag, München, 2016. ISBN 9-78365-818102, 22,95 Euro.

Wie Öko zur Routine werden soll

Der oekom-Verlag ist für Bücher bekannt, die der Gesellschaft zu mehr Nachhaltigkeit verhelfen sollen. In diese Kategorie gehört auch der neue band „Ökoroutine. damit wir tun, was wir für richtig halten.“ von Michael Kopatz. Der Band wurde zusammen mit dem Wuppertal-Institut erstellt. Auf rund 400 Seiten und in 11 Kapiteln versucht der Autor zunächst zu ergründen, warum trotz alelr gut dokumentierten, kaum noch bestrittenen Erkenntnisse und aller Aufrufe von wem auch immer der gesellschaftliche Mainstream weiter auf vorwiegend nicht nachhaltigem Kurs ist und wie das zu ändern wäre.

Als wichtigste Gründe für die Situation macht der Autor im Grunde das neoliberale Paradigma mit einem zurückhaltendem Staat, expandierender Wirtschaft, globaler Konkurrenz, ungebremstem Wachstumsstreben und Lobbyismus verantwortlich, womit er sich in bester Gesellschaft mit den meisten Kritikern der Verhältnisse befindet.

Gleichzeitig verortet er aber auch individuelle Faktoren, die zum Weiterwurschteln beitragen: der Expansionsdrang jedes Einzelnen, der Hang, sich zu vergleichen und unzufrieden zu sein, der Werbung oder den Medien zu erliegen, Umweltveränderungen nicht wahrzunehmen und bequemerweise einfach das Gewohnte zu tun, die Kunst des menschlichen Bewusstseins, Unerträgliches einfach wegzuschieben und so weiter. Die Mär vom „umweltbewussten Konsumenten“ und seinem weitreichenden Einfluss weist der Autor von sich – seine Chancen, etwas Grundlegendes an der Umweltmisere zu ändern, seien grundsätzlich beschränkt und zudem würde er oftmals nur punktweise ausgeübt, um an anderer Stelle nur um so hemmungsloser zu verbrauchen – der Bioladenkäufer mit jährlich drei Fernreisen ist hier ein beliebtes Beispiel.

Statt dessen fordert der Autor eine langfristig angelegte Regulierung in kleinen, nachvollziehbaren Schritten, die sich auf alle Lebensgebiete bezieht und umweltbewusstes Handeln gewissermaßen als neue Leitlinie definiert, die schon bald niemandem mehr auffallen werde – schließlich habe man sich auch auf den meisten anderen Lebensgebieten an eine hohe Regulierungsdichte gewöhnt und akzeptiere sie selbstverständlich, weil eingesehen werde, dass sie das Schmiermittel eines gedeihlichen Zusammenlebens in großen Gemeinschaften bildet.

Dann geht Kopatz ins Detail und beschreibt, wie er sich Regulierung zum Thema Nahrung, Wohnen, Strom, Kaufen, Reisen, Arbeiten, Wirtschaftsförderung vorstellt und wie diese umzusetzen sei. Dankenswerterweise führt er zu den meisten Themen auch gleich konkrete Beispiele und Vorbilder aus Deutschland oder anderen Ländern an, die zeigen, wie es gehen könnte.

Das letzte Kapitel fasst das Gesagte noch einmal zusammen.

Die Stärke des Buches liegt ganz eindeutig in der Konkretheit der Vorschläge für sinnvolle Regulierungen, die es auf allen genannten Feldern anbietet. Allerdings ist wenig Neues dabei, wer sich im Thema auskennt, hat das meiste schon einmal gehört, allerdings nicht so systematisch zusammengestellt. Auch dass am Anfang die Gründe des Scheiterns bisheriger Ansätze dargestellt werden, ist ein großes Plus.

Die Schwäche des Buches liegt darin, dass Kopatz zwar aufzeigt, warum die gegenwärtige Abhängigkeit von Wachstum und Expansion eine Umstellung auf ein ökologisches Gesellschaftsmodell behindert. Er macht auch Vorschläge dafür, wie eine wachstumsarme Arbeitswelt aussehen könnte (Teilzeit für alle, Arbeit für alle). Was er allerdings nicht erklärt, ist leider, wie das Sozialversicherungs- und insbesondere das Rentensystem so umgebaut werden können, dass sie einerseits ökologieverträglich sind und andererseits Lebensmodelle jenseits der Großfamilie früherer Tage ermöglichen, die mitnichten das gern beschworene Idyll war, als die sie von interessierten Kreisen gern dargestellt wird. Genau an diesem Punkt aber wird sich entscheiden, ob Menschen freiwillig der Definition neuer ökologischer Routinen zustimmen, die für den Einzelnen durchaus Einschränkung bedeuten können – zum Beispiel bei Wohnraum, Reisen oder finanziellem Spielraum – oder ob sie letztlich zu ihrem „Glück“ durch Katastrophen oder anderes Unliebsame gezwungen werden müsssen – die Diktatur Singapur, die der Autor an einer Stelle ebenfalls als Beispiel gelungener Ökoregulierung anführt, lässt grüßen.

Genau das dürfte letztlich einer der wichtigsten Gründe sein, warum bisher entsprechende Ansätze politisch nicht konsequent umgesetzt werden. Wie dies zu erreichen ist, ohne die demokratischen Freiheiten preiszugeben, darauf gibt das Buch leider keine wirklich überzeugende Antwort.

Michael Kopatz: Ökoroutine. Damit wir tun, was wir für richtig halten. Oekom-Verlag München 2016. Gebunden, 412 Seiten, ausführliches Quellen- und Stichwortverzeichnis. ISBN 978-3-86581-806-5 24,95 Euro.

Warum Wirtschaftsjournalisten nur von Wachstum reden

Warum überhöhen die allermeisten Wirtschaftsjournalisten das Wirtschaftswachstum zur vollkommen unhinterfragten, nahezu magischen Größe? Dieser Frage geht der Wirtschaftswoche-Redakteur Ferdinand Knauß in einer wissenschaftlichen Untersuchung nach. Er untersucht, wann der Begriff „Wirtschaftswachstum“ in den Medien auftauchte und wie er im Lauf der Zeit verwendet wurde. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass das Wirtschaftswachstum als nahezu unhinterfragbares Paradigma eine recht kurze Geschichte hat. Denn noch in der Vossischen Zeitung, die von 1918 bis 1934 untersucht wurde, kam der Begriff nicht vor.

Anschließend untersucht Knauß das Auftauchen und die Verwendung des Begriffs Wirtschaftswachstum in Zeit, FAZ und Spiegel ab den 50ern. Erst dann nämlich, als die während des Krieges aus Gründen der Kriegswirtschaft entwickelte detaillierte, produktionsorientierte Wirtschaftsstatistik der USA in die Friedenszeiten übernommen wurde und wegen ihrer Greifbarkeit den Siegeszug um die Welt antrat, zog das Wachstum, ausgedrückt als Bruttoinlandsprodukt auch als Schlagwort in die Presse ein und bestimmte in den kommenden Jahrzehnten den gesamten Diskurs von Wirtschaftswissenschaften und Gesellschaft. Daran konnten auch Ereignisse wie die Ölkrise in den 70ern nichts ändern.

Krauß entlarvt das Wirtschaftswachstum als gern wiederholtes Narrativ, also als eine Art Erzählung, die man deshalb unhinterfragt verwendet, weil sie flüssig von den Lippen kommt, sich an Gewohntes hält und hilft, neue Ereignisse in einen Verständnisrahmen einzuordnen, der den bestehenden Verhältnissen nicht widerspricht. Drei solche Narrrative führt Knauß auf: das vom nahezu unbegrenzten Wachstum der Grenzen durch Innovation, das vom Standort Deutschland als Ersatzvaterland und als jüngste Kreation das vom Einwanderer als Wachstumsretter.

Außerdem liefert Krauß drei Interviews mit ehemals leitenden Wirtschaftsjournalisten führender Tageszeitungen und Wirtschaftsmedien, die inzwischen pensioniert sind. Gemeinsames Element dieser Interviews ist die enge Interaktion zwischen Journalisten und Akteuren aus der Wirtschaft, die auf das Weltbild der Journalisten abgefärbt haben dürfte.

In einem abschließenden Teil fasst Knauß seine Befunde zusammen und stellt Forderungen an seine Kollegen: Das Wirtchaftswachstum habe tatsächlich dazu beigetragen, die kriegerischen Krisen des 20. Jahrhunderts zu bewältigen, insofern sei es kein Wunder, dass es, unterstützt, durch die griffige BIP-Statistik, einen Siegeszug durch Medien und gesellschaftlichen Diskurs antrat. Seit den 60ern diene das Festhalten an Wachstumsnarrativen aber eher dazu, von irritierenden, vom Wachstumsparadigma als Heilsbringer abweichende Realitätsbefunden abzulenken. Es hänge damit zusammen, dass der Wirtschaftsjournalismus „indexiert“, also vom wachstumsgeprägten Hauptdenkstrom vorgeprägt sei und Andersdenkende deshalb kaum je in wichtige Positionen kämen.

Folgerichtig verlangt Knauß, die Journalisten sollten die Gefolgschaft gegenüber der Ökonomie aufkündigen, den Wirtschaftsjournalismus durch soziologische, philosophische und andere geisteswissenschaftliche Überlegungen anreichern und damit „feuilletonistischer“ machen.

Kaum beleuchtet hat der Autor leider den Umstand, dass Zeitungen selbst gewinnorientierte Wirtschaftsunternehmen sind, wobei das Ziel ihrer Eigentümer in der Regel das Wachstum oder zumindest die stetige Profitabilität ihres Unternehmens ist. In diesem Umfeld kann ein Schreiber, der das Wachstum in Frage stellt, das gedeihliche schwarze Zahlen unter der jährlichen Bilanz garantieren soll, wohl kaum ernsthaft in Frage stellen, zumal Zeitungsunternehmen unter Tendenzschutz stehen, eine der Leitlinie des Mediums widersprechende Grundeinstellung also sogar zur Kündigung führen kann. Deswegen wird Wachstumskritik wohl noch lange eine Nischenexistenz in deutschen Redaktionen zumal der Presse führen. Denn sie ist, anders als Rundfunk und Fernsehen, essentiell auf Anzeigen angewiesen, die nun massiv ins Internet abwandern. Mehr Wachstumskritik in den Medien wird daran auch nichts ändern, obwohl sie wünschenswert wäre. Aber derlei findet ja längst anderswo statt, zum Beispiel in zahlreichen Blogs und Online-Medien wie https://anderewirtschaft.arianeruediger.de

Bibliographie: Ferdinand Knauß: Wachstum über Alles? Wie der Journalismus zum Sprachrohr der Ökonomen wurde. Oekom-Verlag 2016, broschiert, 191 Seiten, 24,95 Euro

 

anderewirtschaft kriegt neue Heimat

Blog.de hat im Herbst allen bisherigen Bloggern gekündigt, da man das Geschäftsmodell geändert hat. Deshalb kriegt anderewirtschaft im neuen Jahr eine andere Heimat. Bis dort alles läuft, kann es aber etwas dauern. Dh., bis zum Erscheinen neuer Beiträge gibt es womöglich erst einmal ein zeitliches Loch. Der neue Standort wird über meinen Twitter-Account (@aruediger) bekanntgegeben. Ich würde mich freuen, wenn Sie auch dort wieder dabei wären!

In der Wachstumsfalle – neue Lektüre zu einem schwierigen Thema

Grünes Wachstum hieß die Devise in den vergangenen Jahren, doch funktioniert dieses Konzept wirklich, und funktioniert es schnell genug, um den Klimawandel rechtzeitig abzubremsen – ehe dieser nämlich den Globus Schrittchen für Schrittchen in ein Chaos verwandelt? Diese Fragen sind trotz Flüchtlingskrise nicht obsolet, eher im Gegenteil. Gehören doch Massen von Umweltflüchtlingen zu den übereinstimmend prognostizierten Schreckensszenarien in einer klimagewandelten Welt.
Mit dem Thema Green Growth beschäftigt sich in ihrem vor einigen Monaten bei Blessing erschienenen Buch „Aus kontrolliertem Raubbau“ die als Kritikerin der herrschenden ökonomischen Verhältnissen bekannte Journalistin Kathrin Hartmann. Sie hat sich auf ihren ausführlichen Recherchen auch am Ort des Geschehens unter anderem die Themen Palmölexport, Shrimpsfarmen, Agrogentechnik und Forschungsförderung durch die Gates-Stiftung herausgepickt. Am besten und ausführlichsten ist ihre Kritik an zwei Vorzeigeprojekten der sogenannten grünen Wirtchaft im Süden: der Anbau von Ölpalmen, seien die Plantagen nun zertifiziert oder nicht, und der Aufbau von Shrimpsfarmen in dafür geeigneten Gegenden, oft anstelle der dort früher befindlichen Reisfelder. Die Bilanz Hartmanns für beides fällt verheerend aus, und leider betrifft das auch die Zertifizierungsprojekte, die mit diesen beiden Formen der Landnutzung verbunden sind. Am erschütterndsten ist, dass in den Gegenden, wo sie sich ausbreiten, nun statt der früheren Ernährungssouveränität Hunger herrscht. Andere Kapitel sind weniger überzeugend, vor allem deshalb, weil Hartmann hier weniger auf den eigenen Augenschein vertraut, als Quellen mehr oder weniger zu übernehmen, die selbst erst vor kurzem erschienen sind. So zitiert Hartmann in ihrem Kapitel über Geoengineering exzessiv aus Naomi Kleins letztem Buch „Die Entscheidung: Kapitalismus oder Klima“. Wer es gelesen hat, wie wahrscheinlich manch eine Person, die auch zu Hartmanns Buch greift, findet dort kaum noch Neues. Ähnlich das Kapitel über die Gates-Stiftung. Hier wäre weniger mehr gewesen: statt des grlßen Rundumschlags die Fokussierung auf die Themen, wo das Wissen der Autorin dank Augenschein am tiefsten reicht und die Bilder und Fakten, die sie transportiert, die Leserschaft eigentlich nicht unberührt lassen können. Fazit: Green Growth ist eine Illusion, gerade in Landwirtschaft und Tierzucht wird gelogen, dass sich die Balken biegen, und zudem liegt mit dem Weltagrarbericht längst eine sehr hochrangige Expertise auf dem Tisch, die glaubhaft belegt, dass mit den Produkten der Agrargiganten auf die Dauer die Menschheit nicht satt zu bekommen ist, sondern nur mit relativ kleinteilgem, ökologischem Mischfruchtanbau. An den hier vorgeschlagenen Methoden lässt sich freilich nicht so viel von Firmen wie BASF oder Monsanto verdienen.
Wer es gern etwas theoretischer hätte, kann zur „Kritik der grünen Ökonomie“, herausgegeben vom Münchner Oekom-Verlag zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung greifen. Der Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung, Ralf Fücks, ist ein Vertreter des grünen Wachstums, weil sich sonst der Wohlstand der „unterentwickelten Länder“ nicht ausreichend steigern ließe, um die dortigen Menschen zufriedenzustellen und gleichzeitig die hiesigen Sozialsysteme zerfielen, sobald das Wachstum ausfällt. Gleichzeitig gibt es in der Heinrich-Böll-Stiftung auch eine ganze Reihe von Kritikern am nunmehr zur offiziellen Politiklinie gereiften Green-Growth-Ansatz. Das Buch kommt eher aus dieser Quelle. Es rollt das Thema in drei großen Abschnitten auf und plädiert am Ende für ein wieder errichtetes Primat der Politik. Teil 1 behandelt die teils sattsam bekannten kritischen Themen Klimawandel, Artenverlust, Verlust an Bodenfruchtbarkeit und soziale Ungleichheit, um abschließend das Konzept des Green Growth vorzustellen. Teil zwei erklärt und kritisiert verschiedene aktuelle Konzepte, die mit rein ökonomischen und technologischen Mitteln das Problem in den Griff bekommen wollen, etwa die „Inwertsetzung“ von Natur und Gemeinschaftsressourcen wie Luftreinheit und Innovation sowie die damit verbundenen Mechanismen wie den Handel mit Klimazertifikaten. Im dritten Teil setzen sich die Autoren mit Ansätzen der Umweltpolitik auseinander, etwa mit dem Zertifikatehandel und mit der Unmöglichkeit, dass das Handeln der Zivilgesellschaft allein das Problem lösen kann, etwa durch bewusste Kaufentscheidungen. Abschließend fordern sie eine neue „Politische Ökologie“, die die blinden Flecke der derzeitigen, rein ökonomisch ausgerichteten Lösungsversuche ersetzen und durchaus auch die Macht- und Gestaltungsfrage neu stellen soll.
Wer anspruchsvolle Grafiken zur Untermauerung der These, dass dauerhaftes Wachstum unmöglich ist, sucht, sollte zu der vor kurzem erschienenen
Band „Weniger wird mehr“ der Veröffentlichungsreihe Atlas der Globalisierung“ von Le Monde Diplomatique zu Rate ziehen. Die Veröffentlichung wurde gestaltet mit dem Kolleg „Postwachstumsgesellschaften“ der Universität Jena. Angefangen bei den Folgen unseres Wirtschaftens reicht das Themenspektrum der zwei-bis vierseitigen Artikel über die verschiedenen Postwachstumsgesellschafts-Denkansätze bis hin zu Schlussfolgerungen, die wahrscheinlich nicht jeder teilt, aber die zumindest jeder kennen sollte. Die Grafiken sind gelegentlich sehr komplex, so dass man zu ihrem Verständnis beinahe länger braucht als zum Lesen. Wohl mit am wichtigsten ist ein Artikel etwa in der Mitte der Publikation, der erklärt, warum sich alle so schwer tun damit, sich vom Wachstum zu verabschieden – nämlich, weil keiner weiß, wie man ohne unangenehme Verwicklungen von A nach B kommen soll. Daran müsse noch geforscht und entwickelt werden, heißt es. Leider aber ist genau davon weder in Mainstream-Ökonomie, noch in Mainstream-Politik viel zu spüren.

Bibliographie: Thomas Fatheuer, Lili Fuhr, Barbara Unmüßig: Kritik der Grünen Ökonomie. 196 Seiten, broschiert, Oekom-Verlag München 14,95 Euro. ISBN 9-78365-817488
Kathrin Hartmann: Aus kontrolliertem Raubbau. Wie Politik und Wirtschaft das Klima anzeizen, Natur vernichten und Armut produzieren. 447 Seiten, broschiert, Blessing-Verlag München, 18,99 Euro. ISBN 978-3-89667-532-3. Taz-Genossenschaft: Le Monde Diplomatique/Kolleg Postwachstumsgesellschaften: Atlas der Globalisierung – Weniger wird mehr. 173 Seiten, DIN A 4 broschiert, 16 Euro, ISBN 978-3-937683-57-7

Eine kurze Geschichte des Stickstoffs

Wer denkt schon an Stickstoff, wenn er oder sie ein Butterbrot isst? Dabei läge der Gedanke nahe, denn erst mit der industriellen Stickstoff-Herstellung mit dem sogenannten Haber-Bosch-Verfahren steht der Dünger in großen Mengen außerhalb der Bodenkreisläufe zur Verfügung. Weil das Verfahren energieintensiv ist, ist die künstliche Stickstoffherstellung nur in der Industriegesellschaft denkbar und einer der wichtigsten Gründe, warum die Zahl der Menschen auf der Erde in den letzten Jahrzehnten so schnell gewachsen ist: Ohne den vielen Dünger hätten so viele Menschen voraussichtlich schlicht nicht ernährt werden können. Das Buch „N- Stickstoff – ein Element schreibt Weltgeschichte“ ist Band 9 der Reihe Stoffgeschichten des Oekom-Verlags in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg. Es macht wie schon die Vorläuferbände klar, wie eng menschliches Handeln und Stoffkreisläufe mittlerweile verknüpft sind. Es beleuchtet die Geschichte des Stickstoff von den ersten Erkenntnissen über seine Rolle als Pflanzennährstoff über die die ersten Methoden zur „Stickstoffernte“ bis hin zur industriellen Stickstofferzeugung. Inzwischen wird mit industriellen Verfahren so viel Stickstoff aus der Atmosphäre geholt wie alle Bakterien weltweit binden. Die Folgen sind Überdüngung, Nitratverseuchung des Trinkwassers, Umkippen von Seen und Meeren. Alternativen? Gibt es derzeit wohl nicht, jedenfalls habe ich in dem Buch keine finden können. Die Sprache der verschiedenen Beiträge, die jeweils von hochrangigen Experten stammen, ist teils sehr anschaulich, teils eher für Chemiker geeignet. Wer etwas Geduld mit den wissenschaftlicheren Passagen hat, wird hier viel darüber erfahren, warum und wie Stickstoff und seine Nutzung den Planeten beeinflussen. Erfreulich ist die hochwertige, gebundene Aufmachung mit zahlreichen, auch farbigen Abbildungen. Wer gerne experimentiert, findet im hinteren Teil einige einfach durchführbare Versuche, mit der sich etwas über Stickstoff, seine Verbreitung und seine Rolle herausfinden lässt.

Bibliographie: Gerhard Ertl, Jens Soentgen (Hrsg.) : N Stickstoff –ein Element schreibt Weltgeschichte. Oekom-Verlag, München, 2015. 261 Seiten, gebunden, zahlreiche farbige und s/w-Abbildungen, ausführliches Autorenverzeichnis. 24,95 Euro, ISBN 978-3-86581-736-5